
Da sich eine Hochzeit in Polen in einigen Dingen von einer deutschen unterscheidet, möchten wir ein paar Worte darauf verwenden. Vieles wird ja für unsere deutschen Gäste neu sein, und daher ist hier sicher nicht zu viel verraten:
Die Feierlichkeit beginnt zunächst in kleinem Kreis noch vor der Ankunft an der Kirche. Die engsten Familienmitglieder und die Trauzeugen treffen sich im Haus der Braut und das Brautpaar erhält den Segen durch die Eltern. Damit verabschieden sich die Eltern symbolisch von ihren Kindern und schicken sie auf den Weg, den sie dann gemeinsam mit dem Ehepartner gehen werden. Es ist ein sehr emotionaler Moment und nicht selten weinen alle anwesenden Frauen und auch die Männer haben feuchte Augen.
Kircheneinzug: Nachdem sich alle Gäste in der Kirche gesammelt haben, betritt das Brautpaar gemeinsam die Kirche, manchmal begleitet durch den Priester.
Die Messe: Wir werden versuchen, die Messe zweisprachig zu halten. Um nicht jeden Text zweimal vorzulesen, werden wir Texte auf deutsch und polnisch abwechseln und die Texte nochmals austeilen.
Nach der Hochzeit verlassen die frisch getrauten Eheleute gemeinsam die Kirche und werden von allen Gästen empfangen und begrüßt. An dieser Stelle werden auch die ersten Wünsche entgegen genommen. Zuerst die Trauzeugen, danach die Eltern und Großeltern und anschließend die Familie und Bekannten. Oft werden Reis oder Kleingeld in die Höhe geworfen als Symbol für den zukünftigen Wohlstand. Das Kleingeld wird vom Brautpaar gemeinsam gesammelt. Es heißt: Wer das meiste Geld gesammelt hat, wird im gemeinsamen Zuhause das Sagen haben.
Die Eheleute werden von den Eltern mit Brot und Salz begrüßt. Dabei wird das Brot geküsst und ein Stück davon mit etwas Salz gegessen. Oft werden anschließend auch alle Gäste mit dem Brot begrüßt. Danach wird die Braut vom Bräutigam über die Schwelle des Hauses getragen.
Bevor die Gäste an die Tische geleitet werden, gibt es den gemeinsamen Toast, dabei wird auf das Brautpar angestoßen. Das Brautpaar wirft die Gläser nach hinten - die Scherben sollen Glück bringen. Danach werden die Scherben gemeinsam weggekehrt und die Plätze eingenommen. Die Brautleute und die Trauzeugen sitzen dabei traditionellerweise an einem separaten Tisch.
Die Hochzeitsfeier wird die ganze Nacht bis in die frühen Morgenstunden dauern. Wir werden ausgiebigst essen und trinken - verschiedene Gänge, Kaffee und Kuchen, und dann wieder Essen wird die ganze Nacht hindurch serviert werden. Abwechselnd zu den Gängen wird getanzt. Die Ansprachen bei der Feier werden zweisprachig sein, unser Zeremonienmeister wird sich darum kümmern, dass alle alles verstehen und Spaß haben.
Soweit zum offiziellen Ablauf - unsere größte Sorge liegt jetzt darin, dass man das alles zu ernst nimmt. Generell liebt man es in Polen, wenn man alles und vor allem sich selbst nicht zu ernst nimmt. Vor allem auf Hochzeiten wird erwartet, dass man eigene Person mit etwas Augenzwinkern betrachtet - je ausgelassener und alberner man bei dem Tanzen und den Spielen dabei ist, desto mehr Sympathie der ganzen Hochzeitsgesellschaft erntet man. Also: gute Laune mitbringen, nicht zu viel vorher Essen, unbedingt bequeme Schuhe (oder Socken ohne Löcher) anziehen, und vorher vielleicht mal testen, wie viel Vodka man verträgt (der Bräutigam kann diesen Test aus eigener Erfahrung nur empfehlen :-) ).